Wie stellt man sicher, dass eine KI im Versicherungsprozess richtige Ergebnisse liefert?
- Michael Kraus

- 20. Aug.
- 1 Min. Lesezeit
Durch Prüfung, nicht durch Vertrauen. Fachliche Tests gegen bekannte Fälle, Tests über die gesamte Prozesskette, Versionierung jeder Anweisung und jedes Modells, laufendes Monitoring der Ergebnisse und definierte Qualitätsmetriken – das ist das Verfahren. Der Unterschied zu klassischer Software liegt darin, dass ein KI-System nicht deterministisch antwortet und deshalb dauerhaft beobachtet werden muss, nicht nur einmal abgenommen.
Fachliche Tests
Grundlage ist ein Satz echter, abgeschlossener Fälle mit bekanntem Ergebnis. An ihnen wird gemessen, wie oft das System richtig entscheidet, wie oft es zu Unrecht etwas anfordert und wie oft es etwas übersieht. Diese drei Werte sind wichtiger als jede allgemeine Trefferquote, weil sie unterschiedliche Konsequenzen haben: Eine unnötige Nachfrage ist unangenehm, eine übersehene fehlende Angabe verzögert den Vorgang.
Tests über die gesamte Kette
Ein Modell, das isoliert gute Ergebnisse liefert, sagt wenig über den Prozess aus. Getestet wird der ganze Weg – Eingang, Erkennung, Prüfung, Anforderung, Rückläufer, Zuordnung, Übergabe. Die häufigsten Fehler liegen nicht im Modell, sondern an den Übergängen.
Versionierung und Reproduzierbarkeit
Jede Anweisung und jede Modellversion wird historisiert. Damit ist jedes Ergebnis im Nachhinein erklärbar: Welche Eingabedaten wurden genutzt, welche Regeln angewendet, welches Ergebnis erzeugt. Für Innenrevision und Aufsicht ist das die entscheidende Eigenschaft – nicht, dass ein System selten irrt, sondern dass jeder Einzelfall rekonstruierbar bleibt.
Monitoring im Betrieb
Qualität verändert sich, weil sich Eingänge verändern – neue Formulare, neue Schadenarten, neue Vermittlerprozesse. Deshalb werden Ergebnisse laufend gemessen und Abweichungen zurückgemeldet. Ein Rückgang der Erkennungsqualität ist häufig kein Modellproblem, sondern ein Hinweis auf eine Veränderung im Eingangskanal.
