Welche Daten braucht eine KI im Versicherungsprozess?
- Michael Kraus

- vor 5 Tagen
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Weniger, als meist erwartet wird. Für die Prozesse, um die es hier geht, genügen Standarddaten: die Schadenmeldung oder das jeweilige Anliegen, Police beziehungsweise Vertrag und die Bedingungen – optional Bilder und Belege. Verarbeitet werden gängige Formate wie PDF, DOCX, JPG und PNG. Ein Datenprojekt vorab ist nicht erforderlich, und die Erwartung, erst "die Daten in Ordnung bringen" zu müssen, verzögert Vorhaben häufiger, als sie sie verbessert.
Die vier Datenarten im Einzelnen
Dokumente und E-Mails sind der eigentliche Eingang. Sie enthalten das Anliegen in unstrukturierter Form – Freitext, Anhänge, weitergeleitete Verläufe.
Bilder und Videos treten vor allem im Schaden auf und tragen Informationen, die im Text fehlen.
Stammdaten – Vertrag, Police, Kunde – kommen aus dem Bestandsführungssystem und dienen der Zuordnung.
Bedingungen sind die fachliche Referenz. Sie entscheiden, welche Angaben für einen Fall erforderlich sind und was gedeckt ist.
Warum kein Datenprojekt vorab nötig ist
Die Verarbeitung setzt an dem an, was ohnehin hereinkommt, statt eine bereinigte Datenbasis voraussetzen. Unvollständige Eingänge sind nicht das Hindernis, sondern der Gegenstand: Genau ihre Erkennung ist die Aufgabe. Was allerdings geklärt sein muss, ist die Zuständigkeit – welche Quelle im Zweifel gilt, wenn Stammdaten und Dokument auseinandergehen. Das ist eine Festlegung, keine Datenbereinigung.
Was mit den Daten geschieht
Die Verarbeitung erfolgt in der Cloud des Versicherers auf AWS oder Azure, in Europa, ohne Speicherung ohne Zustimmung, mit Pseudonymisierung, Verschlüsselung und Audit-Trails. Ausführlich beschrieben ist das auf der Seite zu Betrieb und Datenhaltung.
