Braucht ein Versicherer interne KI-Experten?
- Michael Kraus

- vor 5 Tagen
- 1 Min. Lesezeit
Nein. Was ein Haus braucht, sind drei andere Dinge: Prozesswissen, einen Fachentscheider und einen IT-Ansprechpartner. Die Erwartung, vor dem ersten Vorhaben Data Scientists einstellen zu müssen, verzögert Projekte regelmäßig um Monate – und sie geht an dem vorbei, woran Vorhaben tatsächlich scheitern.
Prozesswissen
Die entscheidenden Fragen sind fachlich: Welche Angaben sind für diese Schadenart erforderlich, wann wird erinnert, was passiert bei Nichtreaktion, welche Fälle dürfen nie automatisch abgeschlossen werden. Diese Fragen kann kein externer Spezialist beantworten, sie stehen im Erfahrungswissen der Sachbearbeitung. Sie einmal explizit aufzuschreiben, ist die eigentliche Vorarbeit – und sie hat auch ohne KI Wert.
Fachentscheider
Eine Person mit Mandat, die im Zweifel entscheidet: welcher Katalog gilt, welche Formulierung geht hinaus, welche Abweichung ist akzeptabel. Ohne dieses Mandat entstehen Endlosabstimmungen zwischen Fachbereich, IT und Datenschutz, in denen niemand falsch liegt und nichts vorangeht.
IT-Ansprechpartner
Gebraucht wird jemand, der die Anbindung an Bestands- und Schadensystem begleitet und weiß, welche Schnittstellen existieren. Es geht ncht um Modellentwicklung, sondern um Zugänge, Rechte und Datenwege.
Was sich mit der Zeit ändert
Mit dem Umfang wächst der Bedarf an Governance – Qualitätsmanagement, Monitoring, ein KI-Verantwortlicher. Das ist aber eine Folge des Betriebs und keine Voraussetzung des Starts. Wer erst eine Organisation aufbaut und dann einen Anwendungsfall sucht, hat die Reihenfolge getauscht.
